Nicht selten versetzten Meteoriten die Menschen im Altertum in Angst und Schrecken, da sie sich die Erscheinungen nicht erklären konnten. So entstanden Furcht und Aberglaube zugleich und man betrachtete Meteoriten als Boten der Götter.
Im Mittelalter wurden Meteoriten dagegen als unheilvolle "Teufelssteine" betrachtet und in schweren eisernen Ketten in Kirchen aufgehängt, sodass Sie kein Unheil mehr anrichten konnten.

Historisch bedeutende Meteoritenfälle

  • 7. November 1492: Steinfall von Ensisheim im Elsaß, welcher Kaiser Maximilian als Aufruf zum Kampf gegen die Türken deutete und hängte den Meteorit in der Pfarrkirche auf. 1854 stürzte der Kirchturm ein.
  • 19. Mai 861: Meteoritenfall von Nogata/Japan, welcher auf einem Tempelgelände einschlug.
  • 7. September 1514: Der in Ungarn gefallene Meteorit wurde in Ketten gelegt und an das Taufbecken der Kirche geschmiedet.

In Asien hielt man Meteoriten als zu Stein gewordene Sterne. In verschiedenen Kulturen wurden Meteoriten jedoch auch religiös verehrt. Zu den zentralen Heilgtümer zählten Meteoriten unter anderem im Diana-Tempel von Ephesus, Cupido-Tempel von Thespis und Bacchus-Tempel zu Theben. Generell belegen unterschiedliche Zeugnisse die spektakulären Fälle von Meteoriten im Altertum.
Bevor die Menschen in der Lagen waren selber Eisen und Erz zu gewinnen, bedienten sie sich einfach an dem Eisen, welches vom Himmel gefallen war um verschiedenen Gegensatände, wie Werkzeuge und Schmuck, zu erzeugen. So gibt es Funde von Messern der Eskimos oder Dolche aus dem Grab des Pharao Tutanchamun, welche aus aus Meteoriteneisen geschmiedet worden sind. Auch in Malaysia fand das Meteoriteneisen Verwendung in der Verarbeitung der bekannten Dolche, welche Kris genannt wurden. Hier wurden mehrere Lagen von normalem Eisen und Meteoriteneisen abwechselnd zusammen geschiedet. Da Meteoriteneisen auf Grund des hohen Nickelgehaltes nicht schwarz wird sondern silberglänzend bleibt, konnten hierdurch besondere Kunstgegenstände wie die oben erwähnten Kris entstehen.
Allerdings wurde das Eisen der Meteoriten auch zu gewöhnlicheren Nutzgegenständen verarbeitet. So hat z.B. ein Schmied aus Texas 1856 Hufnägel aus dem nicht irdischen Eisen gefärtigt oder in Mexiko fanden die Meteoriten Cacaria oder Yanhuitlan ihre Verwendung als Schmiedeambosse.
Wenn man sich jedoch die beiden Worte Stern (lateinisch sidus) und Eisen (griechisch sideros) betrachtet, so ist es nicht verwunderlich, dass in alten Kultursprachen, wie z.B. Assyrisch, Babylonisch, Sumerisch und Chaldäisch, die beiden Begriffe "Eisen" und "Himmel" gemeinsame Wuzeln besitzen. Im Altägyptisch wurde sogar der Begriff ba-en-pet (Metall vom Himmel) für "Eisen" verwendet.

Fast überall galten damals schon Sternschnuppen als Glücks- und Segensbringer. Dieser schöne Volksglaube hält bis heute an und jedes Kind weiß, dass man sich bei der himmlischen Leuchterscheinung etwas Wünschen kann. Natürlich darf dieser Wunsch nicht ausgesprochen werden, da dieser sonst nicht erfüllung geht.
Früher dachte man sogar, dass sich ein Stern einen neuen Platz am Himmel suchen würde und bei einem Fall auf die Erde verglüht. Oft ist sogar von "Steinregen" die Rede. Man versuchte sich natürlich dieses Phänomen zu erklären und ging sogar davon aus, dass durch starken Wind Steine von Bergen losgerissen wurden, welche dann auf den Erdboden gefallen sind. Andere Theorien gingen von Wierbelstürmen oder vulkanischer Schlacke aus. Auch Hexen wurden für diese Ereignisse verantwortlich gemacht, da nur böse und schwarze Seelen dafür in Frage kommen konnten.
Selbst die Wissenschaft konnt sich die vom Himmel fallenden Steine nicht richtig erklären, sodass z.B. Johannes Kepler (1571-1630) von Ausdünstugen der Erdluft ausging. Generell faste man alles was vom Himmel fiel, wie Hagel und Regen, als Meteore zusammen. Hierdurch hat auch der heutige Fachbegriff Meteorologie für Wetterkunde seinen Ursprung zu verdanken.

Der Deutsche Physiker Ernst F. F. Chladni (1756-1827) gilt als der Gründer der modernen Meteoritenkunde. Er war der Erste, welcher Meteoritenfunde systematisch begutachtete, Schriften sammelte und Augenzeugen anhörte und auswertete. In seinem Buch „Über den Ursprung der von Pallas gefundenen und anderer ihr ähnlicher Eisenmassen und über einige damit in Verbindung stehende Naturerscheinungen“ publizierte er die Ergebnisse seiner Studien über die Meteoriten. Mit diesem Buch konnte er allerdings nicht alle seiner Zeitgenossen überzeugen, sodass er hier auf viel Unverständnis stieß. Nach weiteren Recherchearbeiten und Studien veröffentlichte er 1819 ein weiteres 434 seitiges Werk mit dem Titel „Über Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen“. In diesem Werk kritisierte er auch die skeptische und leugnende Einstellung seiner wissenschaftlichen Kollegen gegenüber seiner Ergebnisse. Seine fortwährende Überzeugungsarbeit und Engagement bzgl. des Ursprungs und Existenz der Meteoriten sowie der Meteoritenfall von 1803 in L' Aigle (Frankreich) konnte schließlich auch die letzten Zweifer zur Einsicht bringen.